Grußwort des neuen Schulleiters

 

Wenn Sie an einem neuen Ort ankommen, machen Sie sich zunächst einmal einen ersten Eindruck, ein Bild davon, wie es dort sein könnte. In diesem Fall ist es so, dass wir gemeinsam an diesem neuen Ort ankommen, uns gemeinsam ein Bild davon machen, denn es ist mein erstes Jahr am Max Planck und ich blicke erwartungsvoll und mit Zuversicht auf die tolle Aufgabe, die hier als Schulleiter vor mir liegt – die Aufgabe, das Max Planck in die Zukunft zu führen.

Erwartungsvoll deshalb, weil ich das MPG als eine ganz außergewöhnliche Schule erlebe. Die Offenheit, das Engagement der Schüler, Lehrer, Eltern und Ehemaligen, die Begeisterung für Musik und Kultur, die ganze Atmosphäre an dieser Schule zeigen mir, dass sich mein Bauchgefühl bewahrheitet hat: Das MPG ist eine Schule, eine Gemeinschaft, an die ich ohne zu zögern meine eigenen Kinder geben würde und der ich mit Stolz als Schulleiter dienen werde.

Mit Zuversicht blicke ich auf diese Schule, weil nicht nur die Zusammenarbeit innerhalb der Schulgemeinschaft so hervorragend verläuft, sondern weil sich dieser Zusammenhalt, dieses Wir-Gefühl, auch auf alle Verantwortlichen der Stadt Schorndorf erstreckt, mit denen ich bisher das Vergnügen hatte, zusammen zu arbeiten. An keinem anderen Ort habe ich bisher dieses Maß an Miteinander und an Wertschätzung für Schule vonseiten einer Stadtverwaltung erlebt. Nirgendwo anders wurde so bewusst die Schulleitung mit in die Planung der Stadtverwaltung eingebunden, damit Lösungen gefunden werden können, die den individuellen Bedürfnissen der Schule vor Ort zum Besten gereichen und genau auf die Bedarfe unserer Schule abgestimmt werden. Dafür schon jetzt herzlichen Dank!

Gleichzeitig befinden wir uns in einer äußerst spannenden Zeit, einer Zeit des Umbruchs, nicht nur für Sie als diese Seite besuchende, künftige Schüler, Eltern oder Kollegen, sondern auch für jemanden wie mich, der Schul- und Gesellschaftsentwicklung im Blick hat. Ich wurde in einer Zeit ohne Internet geboren, in der die Zukunft relativ sicher und vorherbestimmbar zu sein schien. Durch das Ende des Kalten Krieges, die Globalisierung und die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist unsere Welt um ein Vielfaches schneller, aber auch um ein Vielfaches unsicherer und unvorhersehbarer geworden.

Vor zehn Jahren kam das erste Smartphone auf den Markt und hat die Art und Weise wie wir leben, arbeiten und kommunizieren umgekrempelt. Vor diesem Hintergrund gilt es Schule, gilt es Bildung zu gestalten und auf die Bedürfnisse der nächsten Generationen abzustimmen, ohne genau zu wissen, wohin die Reise geht. Parallel haben sich weitere Entwicklungen ergeben, denen ich mit Sorge entgegenblicke: Unser Sozialstaat wird immer mehr durch internationale Marktinteressen bestimmt und ausgehöhlt und der Wert des Einzelnen orientiert sich immer stärker an seinem wirtschaftlichen „Marktwert“, statt an den Grundfesten seines Charakters.

Deshalb wird es umso wichtiger sein, das Max Planck an unumstößlichen Prinzipien auszurichten, die für alle Menschen zu allen Zeiten Richtschnur und Kompass sein können. Denn ganz egal, wie sehr Digitalisierung und globale Marktinteressen unsere Welt verändern werden, unsere Menschlichkeit und die Würde des Einzelnen dürfen ihnen nicht zum Opfer fallen. Deshalb soll unser Umgang miteinander am MPG geprägt sein von aufmerksamer Wertschätzung für jedes Mitglied unserer Gemeinschaft und getragen werden vom Grundsatz des Miteinanders, des Dialogs, des Für-Einander-Einstehens. Ein indianisches Sprichwort besagt: „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.“ In diesem Geiste der Achtsamkeit für die Folgegenerationen möchte ich meine Aufgabe als Schulleiter verstanden wissen und Sie am MPG willkommen heißen.

Herzlich Ihr Markus Wasserfall

(c) 2017 Max-Planck-Gymnasium
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