Theater am Gymnasium Schorndorf,
später Max-Planck-Gymnasium

Schon in den Sechzigern wurde, wenngleich auch nicht kontinuierlich, Schultheater geboten. Oberstudienrat Mühlner, später Werner Sprotte, ein engagierter Theater-Mann, führten Stücke auf und machten so ihre Schülerinnen und Schüler mit der Dramatik Goldonis etwa oder Dürrenmatts bekannt.

1968 begann dann Ellen Breuninger mit regelmäßigen Proben und bat ab dato die Schulgemeinde zu Aufführungen zumeist in die schwer bespielbare Künkellin-Halle. Nach ihrem Weggang übernahmen ab Schuljahrbeginn 1984/85 drei jüngere Mitglieder des Kollegiums die Theater-Arbeit am Max-Planck-Gymnasium: Renate Remmler, Eckehard Ermert und Konrad Sorg, der sich aber primär dem Musik-Theater widmen wollte und nach der erfolgreichen Aufführung der selten gespielten Orff-Oper „Der Mond” (unter musikalischer Leitung von Martin Reischle) ausschied.

Renate Remmler hatte im Juli 1985 mit ihrer achten Klasse „Das Puppenspiel vom Doktor Faust” nach Christopher Marlowe im Foyer des MPG aufgeführt und mit Proben zu Nestroy, „Die schlimmen Buben in der Schule” begonnen.

Konzeption der Schultheater-Initiative war, im Unterschied zu vorangegangenen Jahren, Stücke auszuwählen, die im Deutschunterricht gelesen werden und (trotz widrigster Raumbedingungen am MPG) auch im Hause zu spielen, was sich in den folgenden Jahren als zwar beschwerlich, aber ziemlich reizvoll erwies.

Ab 1986 blieb Eckehard Ermert allein übrig. Kunstlehrerin Ursula Keller wurde zur Aufführung von „Andorra” für die Mitarbeit am Bühnenbild gewonnen. Sie unterstützte die Theater-Arbeit bis zu ihrem Umzug nach Berlin im Jahre 1988.

Seitdem begleitete Ulrich Kost in mancherlei, aber vorwiegend kunstnaher Tätigkeit die AG, entwarf, hämmerte, nähte, organisierte und ließ sein „Busle” Transport-Esel spielen.

Mit Beginn des Schuljahres 1999/2000 gab es im Organisationsplan der Theater-AG eine Veränderung: Rüdiger Utikal verstärkte als „Dritter im Bunde” mit den Bereichen „Sprecherziehung” und „Dramaturgie” die Leitung der Initiative.

Ab Mitte der 2000er-Jahre zog sich Eckehard Ermert zunehmend aus der Arbeit mit der Theater-AG zurück. So entstand zum Beispiel „Andorra“ 2006 unter der Leitung der Schülerin Anna Reichert. Im Frühjahr 2007 übernahmen dann die beiden Lehrer Silke Trapp und Christian Unger die Theater-AG. Ihre erste Produktion „Hase Hase“ von Coline Serreau hatte am 14. Februar 2008 Premiere.

Als Helfer für Bühne und Technik stand auch bei dieser Produktion eine Gruppe „Ehemaliger” (Tobias Deckert, Daniel Diez, Martin Hofmann, Flora Kost, Silas Tückmantel) zur Verfügung. Ulrich Kost zeichnete weiterhin verantwortlich für das Bühnenbild.

Im Schuljahr 2008/09 ergaben sich wieder Änderungen. Nun übernahm die neu gegründete AG Veranstaltungstechnik unter der Leitung von Eckehard Ermert bei den Aufführungen zu „Frühlings Erwachen!“ von F. Wedekind/ N.D. Calis im März 2009 (wieder unter der Leitung von Silke Trapp und Christian Unger) die Verantwortung für die Ton- und Lichtbelange. Sonja Mergenthaler wirkte als Regieassistentin. Das Bühnenbild wurde diesmal von Angela Kühne und Julia Kurz entworfen. Die Aufführung von „Frühlings Erwachen!" war ein großer Erfolg. Im darauf folgenden Jahr entstand die Produktion von Helmut Kraussers Stück „Haltestelle.Geister." unter der Regie von Christian Unger. Die Referendarin Nicole Kuppel fungierte als Regie-Assistenz.

Seit Beginn des Schuljahrs 2010/11 leiteten Nicole Kuppel und Christian Unger die Theater-AG gemeinsam, und im Zuge der Festlichkeiten zum vierzigjährigen Schuljubiläum am 16. Oktober 2010 leistete die neu zusammengestellte Truppe nun schon einen kleinen Beitrag. Man nahm sich der Science-Fiction-Kurzgeschichte „The Fun They Had“ (deutsch „Die Schule“) des russisch-amerikanischen Science-Fiction-Schriftstellers Isaac Asimov an, um daraus einen kleines Bühnenstück zu entwickeln. Die Produktion wurde von der Schülerin Ana Brumercek geleitet, während sich Nicole Kuppel und Christian Unger als tatkräftige Unterstützer im Hintergrund hielten, und wurde am Tag des Schulfestes zweimal aufgeführt. Ihre für Anfang Juli dieses Schuljahres geplante Aufführung von W. Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ musste leider wenige Tage vor der Premiere abgesagt werden. Ein Schüler hatte sich eine schwere Fußverletzung zugezogen. Die Theater-AG aber ließ nicht locker und entschied sich, das Stück im September 2011, also Anfang des folgenden Schuljahres, aufzuführen, was dann auch geschah. Die Truppe ließ noch ein kleineres Projekt im selben Schuljahr folgen: „Mal Was Anderes“ wurde im April 2012 aufgeführt. Im Juli 2013 kam es zur Aufführung von Friedrich Schillers "Die Räuber" - an ungewöhnlichem Ort, nämlich in der Auerbachhalle Urbach.

Darüber hinaus wurde im Schuljahr 2010/11 die Theater-AG speziell für die SchülerInnen der Unterstufe von Miriam Gutterer und Saskia Schroth ins Leben gerufen. Auf Anhieb wurde ihr „Zauberer von Oz“ im Frühsommer 2011 ein großer Erfolg und zeigte deutlich, welches Potential in den unteren Klassen steckt. Die beiden Lehrerinnen und die Unterstufentheater-AG setzten auch ein Jahr später im Juni 2012 mit ihrem Stück „Rotkäppchen und Co“ ein Ausrufezeichen, und im Juni 2013 folgte mit "Das Gespenst von Canterville" schon die dritte Produktion. Die nächste ist für September 2014 angedacht. Man darf also gespannt sein!

Im Juli 2013 gab es, ganz nebenbei, noch eine weitere wunderbare Premiere zu feiern! Der von Miriam Gutterer und Nicole Kuppel ins Leben gerufene Grundkurs „Literatur & Theater“ führte Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ zweimal mit großen Erfolg auf. Der „L&T“-Grundkurs des Schuljahres 2014/15 ließ Ende Mai 2014 dann das Stück „Bekannte Gesichter – gemischte Gefühle“ von Botho Strauß folgen. Damit war die Zahl der an unserer Schule aktiven Theatergruppen auf drei angestiegen, was wenige Jahre zuvor noch undenkbar erschienen wäre!

Im Schuljahr 2014/15 folgten natürlich noch die Aufführungen der „großen“ Theater-AG. Im Juli 2014 erwies sich Urs Widmers „Top Dogs“ als Volltreffer, trotz namhafter Konkurrenz wie den Plüderhäusener Festtagen!

Die Hoffnung ist berechtigtermaßen groß, dass vor dem Hintergrund der gelungenen Produktionen in diesem Schuljahr die Zusammenarbeit der verschiedenen Lehrkräfte und Schülergruppen weiterhin so positiv bleibt, damit auch in den nächsten Jahren Kontinuität am MPG groß geschrieben wird und somit Theatergenuss auf hohem Niveau angeboten werden kann.
(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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