Russland 2013 - Reisebericht

Bigband gastiert in Russland (Tournee St. Petersburg - Petrozavodsk - Moskau)

Vom 13. bis zum 20. Februar 2013 reisten wir, die Big Band des Max-Planck-Gymnasiums, mit unserem Bandleader Frank Kroll und Begleitungslehrerin Frau Grimm nicht wie traditionellerweise vorgesehen und erwartet in die USA, sondern quer durch Russland. Wir gaben in den drei Städten, Sankt Petersburg, Petrozavodsk (der Hauptstadt Kareliens) und Moskau, Konzerte und begeisterten die russischen Zuhörer für unsere Musik, einer vielseitigen Mischung aus Jazz, Blues, Funk, Soul, Rock und Pop, wie zum Beispiel die Stücke Seven Nation Army (White Stripes), Fireflies (Owl City), Für Immer Und Dich (Rio Reiser) und A Time To Say Goodbye (Paul Clark), die auch auf unserer neuen CD „Zugabe“, die seit diesem Monat zu kaufen ist, zu hören sind.

Erste Station der Reise war Sankt Petersburg, die allerdings nach einer Flugzeugpanne erst fünf Stunden nach der eigentlichen Ankunftszeit erreicht wurde. Unseren Aufenthalt in Sankt Petersburg begleitete Galina Trofimova, eine in Schorndorf lebende, aus Petersburg stammende Russin, dank der wir einen Auftritt am Gymnasium 209 spielen konnten. Da durch die verzögerte Ankunft ein halber Tag in Sankt Petersburg verloren gegangen war, besichtigten wir die Stadt nur flüchtig, aber für einen Besuch der sehr eindrucksvollen und riesigen Eremitage, deren prunkvoll ausgestatteten Räume mit himmelhohen Decken war noch Zeit. Mit ihren 60.000 Ausstellungsstücken ist die Eremitage eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Die völlig andere Lebenswelt Russlands beeindruckte die Band nicht nur durch Übernachtungen in Gastfamilien, die fast alle in Zwei-Zimmer-Wohnungen lebten und trotzdem ein Zimmer für uns freiräumten, sondern auch durch die Reise mit dem Nachtzug nach Petrozavodsk, unserer zweiten Station, und später auch nach Moskau, der letzten auf unserem einwöchigen Programm.

In Petrozavodsk nahmen uns die Schüler der hiesigen Musikschule auf, mit denen wir ein gemeinsames Konzert gaben, das rauschend mit „Oh happy Day“ endete. Einen weiteren spielten wir in einem Musikclub, der zu Deutsch „Nilpferd“ heißt, wo wir überraschenderweise den Oberbürgermeister Tübingens, Boris Palmer, trafen, der sich mit einer Delegation schwäbisch sprechender Stadtfunktionäre zur selben Zeit in Petrozavodsk aufhielt (Tübingen ist die Partnerstadt von Petrozavodsk) und im Club zu Abend aß. Er war es auch, der nach dem Konzert am lautesten „Zugabe“ rief und uns gleich für ein Konzert nach Tübingen einlud. Hier hatten wir außerdem das Glück, uns zur Zeit des Winterfestivals Hyperboera in der Hauptstadt Kareliens (mit 300.000 Einwohnern für russische Verhältnisse noch nicht einmal groß) aufzuhalten, und ein grandioses Feuerwerk mitzuerleben.

Mit diversen regionaltypischen Geschenken unserer Gastgeber im Gepäck ging es dann wieder per Nachtzug – diesmal waren wir allerdings 14 Stunden unterwegs – weiter in die geschäftige, mit 12 Mio. legalen und weiteren gut drei Mio. illegalen Einwohnern sehr große Hauptstadt Russlands, Москва, Moskau. Dort war es am kältesten von allen unserer drei Standorten, aber in Moskau bekamen wir auch die einzigen Sonnenstrahlen auf unserer Reise zu sehen, die just in dem Moment auftauchten, als wir die berühmte Basilius-Kathedrale auf dem roten Platz besichtigten. In Moskau gab es viel zu sehen, aber dank der viel zu großen Laufwege konnten wir einen beheizten Bus für die Stadttour nehmen. Auf diese Weise war es uns vergönnt, einige der schönsten Sehenswürdigkeiten Russlands zu bestaunen, wie den Kreml, die oben genannte Kathedrale, das Bolschoi-Theater, die Universität (die so riesig ist, dass dem Gebäude nachgesagt wird, man bräuchte eine Stunde, um es zu umrunden), außerdem besuchten wir einen Musikclub, und natürlich das Wichtigste, wir gaben ein Konzert im Deutsch-Russischen Haus, das unser Ansprechpartner, Ilja Khmyz (ein in Moskau lebender Musiker), organisiert hatte. Moskau war zudem die einzige Station auf unserer ereignisreichen Tour, während der wir in einem Hotel wohnten. Nachdem wir am letzten Tag im Hotel ausgecheckt hatten, ging es mit dem Bus zum Flughafen Domodedovo, wo wir nach einigen Stunden des Eincheckens mit Sicherheitskontrolle sowie einer Stunde Wartezeit um zehn vor Vier in das Flugzeug stiegen. Durch die Zeitverschiebung reisten wir um drei Stunden in der Zeit zurück und kamen nach nur etwa zwanzig Minuten in Frankfurt an. Wie anstrengend die Reise tatsächlich war, zeigte sich darin, wie die meisten in der S-Bahn zurück nach Schorndorf in ihren Sitzen hingen und schliefen. Alles in allem war die Reise ein voller Erfolg, denn wir erhielten Einladungen wiederzukommen, ein Gegenbesuch der Musikschüler aus Petrozavodsk ist angedacht worden und wir erhielten sogar Einladungen in andere Orte Russlands, unter anderem nach Perm im Ural. Wir nahmen viele wertvolle Eindrücke aus dem größten Land der Erde mit. Uns wurde deutlich, wie gut wir es hier in Deutschland haben, aber auch, wie überaus gastfreundlich die russischen Familien sind. Natürlich gab es auch Verständigungsschwierigkeiten, aber dank Googles Übersetzer konnten wir auch in der uns völlig unbekannten russischen Sprache, deren Buchstaben wir noch nicht einmal entziffern können, ganz passabel kommunizieren.

 Bild: mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums 209, St. Petersburg

Links zu Konzertvideos auf Youtube
http://youtu.be/5pwsSHbM6rE

http://youtu.be/I6Y07Us-CmM

http://youtu.be/hsooOkglrGE

http://youtu.be/jJttD1lI0-4


Annika Hartmann, Klasse 9d

(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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