Ach, der Liebe Verwirrungen

Am Donnertag (22. Juni 2017), Freitag (23. Juni 2017) und Samstag (24. Juni 2017) fand jeweils um 19 Uhr die Aufführung der Komödie „Was ihr wollt“ (englischer Titel: „Twelfth Night“) der Theater-AG des Max-Planck-Gymnasiums statt

Das Shakespeare-Stück ist ein Lustspiel der Verwirrungen und Verwechslungen: Viola tritt als Knabe verkleidet in die Dienste des Herzogs Orsino, in den sie sich heimlich verliebt. Dieser wiederum wirbt um die schöne Gräfin Olivia. Als Viola, die sich Cesario nennt, der Gräfin Orsinos Liebesbotschaften überbringt, verfällt Olivia den Reizen des „jungen Mannes“. Um das Liebeswirrwarr komplett zu machen, rechnen sich auch Junker Christoph und der eitle Haushofmeister Malvolio bei der Gräfin Chancen aus und Sebastian, Violas totgeglaubter Zwillingsbruder, der ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, taucht völlig überraschend auf und begegnet Olivia – mit amourösen Folgen.

 

Die beiden Regisseure der MPG Theater-AG Nicole Lüber und Christian Unger entwickelten aus der deutschen Übersetzung von August Wilhelm Schlegel aus den 1840ern eine frische und verspielte Verwechslungskomödie mit vielen schönen Einfällen und transportierten das Stück gekonnt in die Jetzt-Zeit. So wurden beispielsweise statt Briefen E-Mails verschickt und die Schauspieler lieferten sich rasante Schwertkämpfe mit leuchtenden Glasfaserstäben. Aufgelockert durch kleine Gesangseinlagen (ein Faible für deutsche Pop- und Volksmusik wurde hier spürbar) entfaltete sich vor dem Publikum ein Stück voller Emotionen, Maskeraden, Täuschungen, Intrigen und Shakespeare´schem Wortwitz. In den Hintergrund projizierte Fotos gaben jeweils den Handlungsort vor und sorgten bei den wissenden Zuschauern immer wieder für Lacher, handelte es sich doch um bekannte Plätze aus dem Schulhaus, zum Beispiel der Schulkeller als Kerker oder der SMV-Raum als Gesindeküche im Palast der Gräfin.

 

In ihrem Abschlussjahr glänzten die beiden Abiturientinnen Judith Quast und Theresa Kunz, bekannt aus zahlreichen früheren Theater-Aufführungen wie z. B. „Der Besuch der alten Dame“ oder „Top Dogs“, ein letztes Mal in ihrer jeweiligen Rolle: erste als Viola, hin- und hergerissen zwischen der Treue zu ihrem Herrn und der heimlichen Liebe, die sie für ihn hegt, letztere als Gräfin Orsina, laut, eitel, überheblich und doch verletzlich bei den Begegnungen mit Cesario. Über die Zukunft der Theater-AG nach dem Abgang dieser beiden Hochkaräter muss man sich aber keine Sorgen machen, wenn man sich die Darstellerinnen und Darsteller in den Nebenrollen anschaut:

 

 

Herzlich überzogen und mit viel Selbstironie gab Jan Krüger den Verwalter Malvolio, der durch einen Streich, den ihm die anderen Bediensteten spielen, von einer peinlichen Situation in die nächste stolpert. Vor Spielfreude sprühten Luisa Geib und Lara Schiek als Hofnarren und Androniki Karipidou und Lena-Sophie Oberer zeigten bei ihrer Darstellung der Junker Tobias und Christoph eine Mischung aus heiterem Schwank und derbem Witz, wussten bei dem bevorstehenden lebensgefährlichen Duell mit Cesario/Sebastian aber auch der Verzweiflung Ausdruck zu verleihen.

 

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die männlichen Darsteller in größeren Rollen: Johannes Wolscht als liebestoller Herzog Orsino, Maurice Daub als aufrichtig-naiver Sebastian und Markus Schuster als sein treuer Mitstreiter Antonio.

Anna Bergler, Charlotte Finkenthei und Charlotte Kasper kommentierten das Geschehen immer wieder treffend als Dienerinnen in der Gesindeküche und trugen ebenso wie Yvonne Grün als Olivias Zofe, Viktoria Burkhardt, Stella Pagano, Sina Helber, Antonia Schmid, Max Dietzel als Bedienstete, Sarah Thon als Schiffshauptmann, Aylin Sogukcelik als Priesterin und Jeanette Graf und Sidney Wahl als Gerichtsdienerinnen zum erfolgreichen Gelingen des Stückes bei. Dank der Textsicherheit der Schülerinnen und Schüler gab es für die Souffleuse (Patrizia Sander) so gut wie nichts zu tun, voll im Einsatz dagegen waren wieder einmal die überragende Technik-AG (Licht und Ton) sowie die vielen fleißigen Helfer hinter den Kulissen: Maske, Kostüme, Gestaltung des Posters und Programmhefts – und vieles mehr.

Eine großartige Aufführung, für die sich das Publikum am Ende des Abends mit lang anhaltendem, begeistertem Applaus bedankte!

(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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