Austausch mit dem Lycée in Tulle

Mittwoch, 29. März 2017: Um 6 Uhr begann für 22 Schüler/innen (Klasse 9/10/JS1) und die Begleitlehrerinnen Frau Basler und Frau Blum die Reise am MPG in Schorndorf und nach vielen Stunden Fahrt kamen wir gegen 19 Uhr in der französischen Kleinstadt Tulle an. Dort gab es dann das große Wiedersehen mit den Austauschpartnern und das Kennenlernen ihrer Familien.

Donnerstag, 30. März 2017: Am ersten Tag haben wir die Austauschschüler in ihren Unterricht begleitet und so das französische Lycée kennengelernt. Auch der Deutschunterricht wurde von einigen Schülern besucht, die dann als Muttersprachen-Joker eingesetzt wurden. Mittagessen gab es für alle in der Kantine der Schule. In der Mittagspause konnten wir die Sonne und das sommerliche Wetter genießen. Gegen 16 Uhr wurde unsere Gruppe vom Schulleiter des Lycées begrüßt und mit Croissants beglückt, woraufhin einige Schüler der JS1 ein paar Dankesworte auf Französisch an ihn richteten.

Freitag, 31. März 2017: Am zweiten Tag stand der erste Ausflug an, der uns in ein Wandteppichmuseum mit einer französischen Führung führte. Hier konnten alle Deutschen ihre Sprachkenntnisse erproben und sich mit der Übersetzung von Frau Blum messen. Als nächstes ging es in ein schönes Waldgebiet, wo alle zusammen gepicknickt haben, und danach in den Tierpark, der sogar Wölfe zu bieten hatte. Auch dort erhielten wir eine Führung auf Französisch, die aber gut verständlich und begeisternd war. Der restliche Nachmittag und Abend wurde in den Gastfamilien verbracht.

Samstag, 1. April 2017, und Sonntag, 2. April 2017: Das Wochenende wurde von der Gastfamilie geplant. Am Samstag waren also viele mit ihren Austauschpartnern shoppen im nahe gelegenen Limoges oder Brive. Am Abend trafen sich viele Franzosen und Deutsche in einer Pizzeria in Tulle wieder, wo zusammen gegessen wurde. Am Sonntag wurden in vielen Familien Ausflüge in der Region gemacht.

Montag, 3. April 2017: Wieder zusammen mit den Franzosen ging es am Montag nach Vulcania, einer Art Museum, das mit Simulatoren und 4D-Kinos über die frühere Vulkanaktivität der Region Auvergne aufklärt. Hier erlebten wir also hautnah einen simulierten Vulkanausbruch und spürten sogar die Wärme, den Wind und den Dampf, die die Natur dabei zu bieten hat. Nachdem wir die Naturgewalten bezwungen haben, gab es wieder ein Picknick für alle. Der Bus brachte uns danach weiter nach St. Nectaire, wo wir die weltweit einzige kleine Manufaktur besichtigen, die mithilfe von kalkhaltigem Wasser Gegenstände überzieht und so detailreiche Kunstwerke herstellt.

Dienstag, 4. April 2017: Am Dienstag haben wir die Austauschschüler morgens wieder in ihren Unterricht begleitet und wurden danach im Rathaus von Tulle empfangen. Um 12 Uhr gab es wieder Mittagessen in der Kantine des Lycées. Danach hatten viele Deutsche eine lange Mittagspause, da einige Franzosen eine Art Übungsabitur geschrieben haben. Um 15 Uhr bekamen die Deutschen dann aber eine Führung durch den historischen Teil Tulles, die von einem ehemaligen Geschichtslehrer auf Französisch gemacht wurde. So lernten wir also die Kathedrale, die alten Häuser und die Situation Tulles im zweiten Weltkrieg genauer kennen.

Mittwoch, 5. April 2017: Am Mittwoch ging es nur für die Deutschen nach Oradour sur Glane, einem kleinen Dorf, das im Juni 1944 von deutschen Soldaten fast gänzlich ausgelöscht wurde. Hier erhielten wir in dem Museum, das sich genau mit der damaligen Situation Deutschlands und Frankreichs und auch mit den Tätern, sowie den Opfern, auseinandersetzt, eine Führung von einer deutschen Volontärin. Das Dorf, das damals angegriffen wurde, ist noch genau so erhalten und wir hatten nach der Führung Zeit hindurch zu gehen. Der Besuch dieses Dorfes berührte uns sehr, vor allem da vor einiger Zeit einer der sechs Überlebenden des Massakers M. Hébras in Schorndorf zu Gast war und uns Schülern seine Geschichte erzählt hat. Am Nachmittag hatten wir Freizeit mit unseren Austauschpartnern und haben einige entspannte Stunden in Tulle verbracht.

Donnerstag, 6. April 2017: Am letzten ganzen Tag haben wir morgens wieder am Unterricht der Franzosen teilgenommen und danach in der Kantine gegessen. Der letzte gemeinsame Ausflug ging in eine Chocolaterie, wo wir eine Führung zur Herstellung von Schokolade erhielten und am Ende auch selbst ein Küken aus Schokolade machen konnten. Zurück in Tulle haben wir dann noch ein Gruppenfoto gemacht und danach den letzten Abend mit den Familien und Austauschpartnern verbracht.

Freitag, 7. April 2017: Nach einem sehr traurigen Abschied und vielen neu geschmiedeten Plänen, wann und wo man sich wiedertreffen wird, traten wir die Heimreise nach Schorndorf an, wo wir nach 13 Stunden um ca. 20:30 Uhr ankamen.

So gingen die zehn Tage in Frankreich wie im Fluge vorbei und in Erinnerung bleibt uns die unglaubliche Gastfreundschaft der Familien in Tulle, die neu geschlossenen Freundschaften, die hoffentlich noch lange halten werden, und die vielen kleinen Momente, die wir zusammen erlebt haben.

Ein Reisebericht von Marlene Schmid (JS 1)

(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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