Russlandreise 2017 des MPG Jazz & Pop Trios

Vom 20. bis zum 26.Februar 2017 reiste das MPG Jazz & Pop Trio, bestehend aus Herrn Kroll, Melanie Fink und Mikail Schmid, nach Petrozavodsk, die russische Hauptstadt Kareliens. Dabei gaben wir zwei Konzerte, wobei wir ein gemischtes Programm aus Jazz und Pop auch gemeinsam mit dem russischen Chor „Vivat“, welcher auch schon in November 2016 zusammen mit der Leiterin Anastasia Popova Schorndorf besuchte, musizierten. Dabei motivierten wir die russischen Zuhörer zu großem Beifall mit Titeln wie „Your Song“ von Elton John oder einem eigens von Herrn Kroll komponierten Song „Snowflakes in May“.

 

Montagmorgens um 4 Uhr ging es am Flughafen Stuttgart los mit dem ersten Flug nach Zürich, wo wir drei Stunden auf den Anschlussflug nach Sankt Petersburg warteten und uns in den Luxusläden italienischer Lederwarenhersteller umschauten, um die Zeit totzuschlagen. Angekommen nach dem dreieinhalbstündigen Flug fuhren wir zuerst mit dem Bus, danach mit der Metro zum Newski-Prospekt, einer 4,5 Kilometer langen und berühmten Straße Russlands. Die sehr beeindruckenden Metrostationen fielen mit ihrer majestätischen Bauart sofort ins Auge. Nach unserem Aufenthalt und einer Mahlzeit am Newski-Prospekt mussten wir uns beeilen, wieder mit der Metro zum Bahnhof zu gelangen, um nicht den Zug zu verpassen. Die vierstündige Fahrt mit dem überraschend modernen Zug nach Petrozavodsk war reine Erholung nach dem anstrengenden Tag. Dort angekommen wurden wir herzlich von Anastasia Popova und den Gastfamilien empfangen. Am Ende der Hinreise fielen wir dort völlig übermüdet in unsere Betten. Am nächsten Morgen ging es gleich zur Musikschule in Petrozavodsk, wo wir leider nur ein wenig Zeit zum Proben hatten. Ein Museumsbesuch folgte, wobei abends noch ein Jazzkonzert in der Musikschule stattfand. Der aus New York City kommende Jazz Pianist Jon Davis spielte gemeinsam mit anderen Musikern für ein scheinbar unerwartet kleines Publikum, bestehend aus ein paar Kindern und einzelnen Lehrkräften der Musikschule, was uns sehr verwunderte. Am späten Abend folgte ein Spaziergang am riesigen Onegasee, wo an der Promenade eine beeindruckende Eisskulpturenausstellung stattfand.

 

Auch die nächsten Tage waren gefüllt mit vielen Erlebnissen. Herr Kroll gab in der Musikschule eine Masterclass mit dem Thema „Improvisation“, welche die Teilnehmer jeden Alters sichtlich interessierte. Täglich wurden wir von verschiedenen Familien zum Mittagessen eingeladen, wobei wir die große Gastfreundschaft der Russen enorm zu spüren bekamen. Am Freitag folgte unser Konzert im Restaurant „Begemot“, wo wir unser ganzes Repertoire zum Besten gaben. Der Applaus des Publikums war enorm und die Atmosphäre war fast schon die eines Jazzclubs. Nach diesem sehr schönen Abend erwartete uns der letzte Tag unseres Aufenthalts in Petrozawodsk. Bei der stressigen Generalprobe kamen mehrere Chöre und Ensembles zusammen, welche teilweise zusammen mit uns musizierten. Die Zeit war dabei ziemlich knapp und das Konzert stand an. Angefangen mit unserem Auftritt, welcher mit dem Titel „Hit The Road Jack“ beendet und mit großem Beifall entlohnt wurde, gaben die Ensembles ihre Beiträge zum Besten, wobei das Thema Jazz dabei eine große Rolle spielte. Nebenbei hatten wir die Möglichkeit etwas mit zwei Musikern aus Petrozawodsk zu spielen. Mehr oder weniger improvisiert, spielten wir zum einen Billy Strayhorns „Take The A-Train“ und Sonny Rollins „St.Thomas“, wobei wir hierbei wirklich mithilfe von Musik kommunizierten. Am Ende des Konzertes musizierten wir gemeinsam mit allen Chören das Stück „Lovely Peace“ und Leonard Cohens „Hallelujah“. Hierbei war Musik eine Sprache, die uns alle verband und mit der wir uns alle verständigen konnten.

 

Gleich nach dem Konzert ging es zurück in die Gastfamilien, wo wir schnell unsere Sachen packen mussten und sehr herzlich verabschiedet wurden. Eingestiegen in den Nachtzug, welcher zurück nach Sankt Petersburg fuhr, fielen wir wortlos in die unbequemen Liegen im Schlafwagen. Nach einer insgesamt ca. 24 Stunden langen Rückreise mit dem Zug und im Flugzeug kamen wir schlussendlich erschöpft am Stuttgarter Flughafen an, wo man sofort merkte, wie gut wir es eigentlich in Deutschland haben. Im Großen und Ganzen war die Reise eine tolle Erfahrung und ein großer Erfolg. Mit einer Einladung für einen erneuten Besuch, vielen Eindrücken aus einer anderen Kultur und neu geschlossenen Freundschaften sind wir, fast schon durch die enorme Gastfreundschaft der Russen gerührt, wieder heimgekehrt. Ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird!

Bericht: Mikail Schmid

(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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