Junge Rollstuhlfahrer flitzen durch die Flure des Max-Planck-Gymnasiums. Ein ungewöhnliches Bild bot sich am Mittwoch, 18. Januar 2017, Besuchern der Schorndorfer Schule, die besonders staunten, als die Fahrer plötzlich aufstanden, um ihren Platz mit anderen wartenden Schülern zu tauschen.

Im Deutschunterricht hatten die Schüler der Klasse 5c mit ihrem Klassenlehrer Timo Bader das Jugendbuch „Die Vorstadtkrokodile – Eine Geschichte vom Aufpassen“ gelesen, in dem ein körperlich-behinderter Junge von einer Kinderbande aufgenommen wird. „Wie ist es wohl, wenn man selbst im Rollstuhl sitzt?“, fragten sich die Kinder immer wieder während der Lektüre. Der Volksmund sagt, man könne einen anderen nur verstehen, wenn man eine Meile in seinen Schuhen gelaufen sei. Oder eben selbst im Rollstuhl gesessen hat.

Dank der Unterstützung des Gesundheitshauses Weber & Greissinger in Schwäbisch Gmünd standen den Schülerinnen und Schülern an diesem Vormittag zwei Krankenfahrstühle zur Verfügung. Durch die Eigenerfahrung sollten sie neue Blickwinkel auf das Leben von Menschen mit Behinderung entwickeln. Geübt wurde das Vorwärts- und Rückwärtsfahren, Drehungen und das Slalomfahren um Hindernisse. Im zweiten Teil galt es, auf dem fahrbaren Untersatz das Schulhaus zu erkunden. „Das geht ganz schön schwer“, schnauft einer der Jungen beim Anfahren. Eine Klassenkameradin fährt bis zur Treppe im zweiten Stock. Dort endet die Fahrt, denn die Stufen sind zu hoch und zu eng. Beherzt packen vier Mitschülerinnen mit an und tragen den Rollstuhl die Treppe hoch.

„Es war deutlich zu beobachten“, berichtet der Klassenlehrer, „wie der Respekt der Kinder mit jeder neuen Herausforderung gewachsen ist.“ Am Ende der Unterrichtsstunde waren alle froh, dass sie wieder aus dem Rollstuhl steigen konnten.

(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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