Sechs bärenstarke Tage – Studienfahrt 2017 der JS 2 nach Berlin

07:00 Uhr, Sonntag früh. Zwei Busse voll mit 92 Schülern und ihren drei Begleitlehrerinnen, Frau Hurlebaus, Frau Lüber und Frau Wenzel, sowie den drei Begleitlehrern, Herrn Utikal, Herrn Trautwein und Herrn Kauer, starten los in Richtung Berlin. Dort wollten wir gemeinsam vom 06. – 11. November 2016 Neues lernen, Spaß haben und Großstadtluft schnuppern.

 

Sonntag: Nach neun Stunden Anreise empfing uns die Hauptstadt regnerisch und kühl. Die Zimmer in den zwei Hotels wurden bezogen und anschließend begann die „Sternenwanderung“, eine erste kleine Erkundungstour durch Berlin. Von Sternen war aber, bedingt durch das Wetter, nichts zu sehen. Dafür führten uns die Lehrer im strömenden Regen über den Alexanderplatz mit der Weltzeituhr, zum Fernsehturm und zum Reichstag. Dort nahmen wir in Gruppen an einer geführten Audioguide-Tour durch die Reichstagskuppel teil und bekamen einen erste Blick über das beleuchtetes Berlin bei Nacht zu sehen. Dies weckte bei allen großes Interesse und Vorfreude und wir waren gespannt, was uns die Hauptstadt in den nächsten Tagen bieten würde.

Montag: Der erste Tag sollte zur geschichtlichen Bildung dienen. Zur Auswahl stand dafür der Besuch der Ausstellung „Topographie des Terrors“, die Besichtigung des „Checkpoint Charlies“ oder das Stasi-Museum. Die Ausstellung „Topographie des Terrors“ veranschaulichte uns durch eine Vielzahl von Bildern die Ereignisse zwischen 1933-1945. Am Checkpoint Charly, dem ehemaligen Grenzposten zwischen der Ost-und Westzone, bekamen wir einen Einblick in den Ost-West-Konflikt, wobei vor allem auf die internationalen Einflüsse wert gelegt wurde. Im Stasi-Museum wurden die Teilnehmer durch verschiedene Ausstellungen über die Staatssicherheit und die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die Bevölkerung der DDR informiert. Mittags besuchten wir dann gemeinsam die Gedenkstätte Hohenschönhausen, ein ehemaliges Stasi-Gefängnis. Nach einem kurzen Einführungsfilm führten uns Zeitzeugen durch dieses heruntergekommene historische Gebäude. Neben den allgemeinen Berichten über die Stasi, waren wir vor allem bewegt von den persönlichen Erfahrungen unserer Gruppenführer, die alle selbst in diesem oder einem ähnlichen Stasi-Gefängnis inhaftiert gewesen waren. Die meisten genossen danach ihren freien Abend. Der Literatur-und Theaterkurs und einige weitere Interessenten besuchten jedoch zusammen ein Improvisationstheater. Dabei durfte das Publikum entscheiden, zu welchem Thema die Schauspieler spontan spielen sollten. Damit war es kein Wunder, dass sogar das Wort „Schorndorf“ im Stück auftauchte.

Dienstag: Auch das Programm am Dienstag konnte wieder individuell zusammengestellt werden. Die Sportler machten eine Tour durch das Olympiastadion in Berlin. Eine zweite Gruppe genoss eine Führung durch den Berliner Flughafen BER - eine einmalige Erfahrung einen fertigen, aber menschenleeren Flughafen zu sehen. Der letzte Teil stieg einige Meter unter die Erdoberfläche und erkundete die Unterwelten von Berlin. Dort wurde unter anderem einen „modernen Atomschutzbunkers“, der 3.339 Menschen Schutz für mehrere Wochen bieten sollte, angeschaut. Dieser verfügte sogar über ein unterirdisches Wasserwerk und ein Notstromaggregat. Trotz alledem wurde beim Anblick der eng aneinander gestellten Vierstockbetten in den Schlafräumen klar, dass dort für Überlebenden eines Atomkriegs schreckliche Zustände geherrscht hätten. Auch mittags gab es wieder mehrere Wahlmöglichkeiten. Eine erste Abordnung der Biologen machte sich mit Herrn Kauer auf zur Sammlung der Charité. Dort bekamen sie Einblicke in die Medizin - Geschichte und konnten im Anschluss über 250 echte Präparate anschauen, z. B. ein Herz mit Bypass. Herr Trautwein besuchte mit einer zweiten Gruppe das DDR-Museum und Herr Utikal begleitete einige ins Pergamon-Museum. Frau Wenzel und Frau Lüber nahmen mit der letzten Gruppe an einer Führung durch das Filmstudio Adlershof teil, in dem unter anderem „The Voice of Germany“ oder „hart aber fair“ aufgezeichnet werden. Abends konnte man dann noch das Theaterstück „Im Namen der Raute“ oder „Das Feuerschiff“ besuchen oder gemeinsam mit den Musikleistungskurslern den Klängen der Staatskapelle Berlin im Konzerthaus lauschen.

Mittwoch: Am Mittwoch standen einige schon früh in der Nacht auf, um die Wahl in den USA zu verfolgen. Spätestens beim Frühstück hatte dann jeder von Donald Trumps Wahlsieg erfahren und es war daraufhin bei allen Programmpunkten das Gesprächsthema. Der vierstündige Geschichtskurs informierte sich am Vormittag im Deutschen Historischen Museum über die deutsche Geschichte. Andere besuchten das Naturkunde- oder das Technikmuseum. Und wieder andere erkundeten bei eisigen Temperaturen den Bereich des Prenzlauer Bergs. Geführt von Herrn Utikal besichtigten wir die heimische Kirche, in der auch Dietrich Bonhoeffer einst gepredigt hat, eine Ausstellung zur DDR in der Kulturbrauerei und eine Wohnung, eingerichtet wie im 19. Jhd. Der Nachmittag durfte dann frei gestaltet werden. Einige nutzen die Zeit um shoppen zu gehen oder Schlaf nachzuholen. Andere versuchten nochmal einen Ausblick über die Stadt bei Tag zu erlangen, indem sie auf das Hochhaus des Park Inn Hotels fuhren oder den Dom mit seinen 271 Stufen erklommen. Wieder andere machten eine Sight-Seeing-Tour und besichtigten die East Side Gallery oder das Schloss Bellevue. Am Abend fand dann das Pflichtabendprogramm statt. Zwei Drittel der Teilnehmer besuchte das Theaterstück „Er ist wieder da“. Die anderen machten sich auf zur Max-Schmeling-Halle, um dort die Berliner Handball-Füchse bei ihrem Spiel gegen die SC DHfK Leipzig anzufeuern – mit Erfolg. Unsere mehr oder weniger sinnvollen Fangesänge führten dazu, dass die Berliner überlegen als Tabellendritter den Fünften mit 29:20 besiegten und sich damit an die Tabellenspitze setzten.

Donnerstag: An unserem letzten ganzen Tag in Berlin sollten wir am Morgen alle einen Einblick in die jüdische Geschichte und Kultur bekommen. Unter strengen Sicherheitskontrollen betraten wir dafür das jüdische Museum. Dort bekamen wir in Kleingruppe Führungen zu unterschiedlichen Schwerpunkten, z. B. zur Assimilation der Juden. Gemeinsam hatten alle Touren eine Erläuterung zur besonders sehenswerten Architektur des Museums. Am Nachmittag machten sich die Chemiker dann auf in das Gläserne Labor, in dem sie Farbstoffe herstellten, Filminteressierte besuchten das Museum für Film und Fernsehen und Geschichteliebhaber machten einen Abstecher zum Mauermuseum. Zuletzt besuchte ein zweiter Teil der Biologen nochmal die Sammlung der Charité. Der letzte Abend war dann frei von Programmpunkten. Lediglich ein kleiner Teil der Gruppe verbrachte diesen gemeinsam mit den Gemeinschaftskundeleistungskurslern bei einer Plenarsitzung im Bundestag. Die meisten ließen die Berlinfahrt aber einfach im Hotelzimmer, andere beim Tischkicker-Turnier mit den Lehrern oder in einem der unzähligen Restaurants und Pubs der Stadt ausklingen.

Freitag: Nach dem morgendlichen gemeinsamen Frühstück machten wir dann am Freitag noch einen kurzen Spaziergang vorbei an einer jüdischen Synagoge bzw. über einen jüdischen Friedhof, um uns dann wieder auf den Weg in die Heimat zu machen. Dabei war es in beiden Bussen wesentlich leiser als auf der Hinfahrt. Viele schliefen, hörten Musik oder spielten Karten. Etwas Stimmung kam auf, als an einer Raststätte tatsächlich etwas Schnee lag. Im Anschluss stimmten wir sofort einige Weihnachtslieder an und überbrückte dann mit Singen die Zeit bis zur pünktlichen Ankunft gegen 20 Uhr am MPG. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Studienfahrt „bärenstark“ war. Wir haben viel zur Geschichte und zur Kultur unseres Landes erfahren und dabei echtes Großstadtfeeling erfahren. Der Spaß und die Freizeit kamen dabei auf keinen Fall zu kurz. Im Gegenteil, die sechs Tage haben uns als Gruppe kurz vor unserem Abitur noch viel enger zusammengeschweißt. Dafür wollen wir uns bei unseren begleitenden Lehrerinnen, Frau Wenzel, Frau Lüber und Frau Hurlebaus, und bei unseren begleitenden Lehrern, Herrn Trautwein, Herrn Utikal und Herrn Kauer, herzlich bedanken! Ein weiterer Dank geht an Herrn Barth, der bei der Organisation im Voraus mitverantwortlich war!

Text: Johanna Lutze, JS2

(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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