Kriminell komisch

Am 23. und 24. September 2016 brachte die Unterstufen-Theater-AG unter der Leitung von Miriam Gutterer und Saskia Schroth die Kriminalkomödie „Oha, eine Leiche!“ im Foyer des Max-Planck-Gymnasiums zur Aufführung.

In einer kleinen Pension im hintersten Südwesten England mit dem bezeichnenden Namen „Dead Body Inn“ treffen zwei Gangsterpärchen, eine mysteriöse Lady, ein skurriler Schmetterlingsforscher und eine herrenlose Leiche aufeinander. Gleich fünf Ermittler, unter anderem solch illustre Größen wie Miss Marple, Sherlock Holmes und Hercule Poiret, versuchen das Versteck- und Verwirrspiel zu durchschauen und den Fall zu lösen – und verursachen dadurch ein unterhaltsames Ermittlungschaos.

 Schon in der ersten Szene treffen Chiara Denu und Nico Ludl perfekt den Ton des Stücks: Der Streit zwischen der hysterischen Harriet und dem einfältigen Henry über ein gestohlenes Gemälde schwankt zwischen Ernst und Scherz und ist ein erfrischender Angriff auf die Lachmuskeln. Beide Akteure geben ihre herrlich überzeichneten Figuren mit großer Spielfreude. Dann fällt auch bald der titelgebende Ausruf: „Oha, eine Leiche!“, der sich im Lauf des Stücks zu einem Running-Gag entwickelt. Penetrant taucht die Leiche (in Form einer Schaufensterpuppe, eine freundliche Leihgabe der Firma Bantel in Schorndorf) immer wieder an äußerst unpassenden Orten und zu unglücklichen Zeitpunkten auf und muss eilig weggeräumt werden.

In rasendem Tempo folgt Szene auf Szene und jedes Mal wird auf der Bühne ein anderes Zimmer der Pension abgebildet. Die nötigen Bühnenbildwechsel und Umbauarbeiten sind genauestens einstudiert und werden mit einem bewundernswerten Blick für kleine Details in kürzester Zeit durchgeführt: hier eine Vase, dort eine Schreibmaschine – jeder Raum hat seine ganz eigene Erscheinung und kann im weiteren Verlauf des Stücks sofort wiedererkannt werden.

So lernt der Zuschauer nach und nach die außergewöhnlichen Bewohner des Hotels und potentiellen Verdächtigen kennen: das überforderte Hotelpersonal (Anna Feistritzer und Clara Brügel), die geheimnisvolle Lady Rustonbury (Charlotte Finkenthei), den sonderbaren Schmetterlingsforscher (Nele Gabka) und die neugierige Reporterin Barbara Harrington, deren affektierte Art Anna Bergler gelungen darstellt.

Die Ermittler unterscheiden sich auf angenehme Weise und jeder Darsteller wird seiner berühmten Rolle gerecht: Benedikt Muschel und Sofia Lutz als Sherlock Holmes und Dr. Watson, Moritz Geib als Hercule Poirot – mit Schnurrbart und übersteigertem Ordnungssinn –, Sarah Diercks als Chefinspektor Japp und Madlen Kasper als kautzige Miss Marple.

 Ebenfalls ein großes Lob verdienen Lennart Kasper und Sofie Kröninger für ihre Darstellung des Gangsterpärchens Jim und Jackie. Durch ihre flapsigen Bemerkungen und witzigen Interaktionen sorgen sie zuverlässig für Lacher. Sonderapplaus erhält Jason Kleinknecht für seine Slapstick-Einlage zur bekannten Musik von „Mission Impossible“, ebenso wie Judith Quast, die in ihrem kurzen Auftritt als Gärtner brilliert.

Ein Mordsspaß ist das Stück „Oha, eine Leiche“ der Unterstufen-Theater-AG des Max-Planck-Gymnasiums und wenn grandioses Schauspiel ein Verbrechen wäre, müsste man alle Beteiligten auf der Stelle verhaften. Begeistert belohnte das Publikum die Leistungen der Schülerinnen und Schüler sowie der Technik-AG, der Maske und der engagierten Lehrerinnen mit anhaltendem Applaus.

(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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