„Unglaublich viel Arbeit – ein riesengroßer Spaß“ Projektvorbereitungstag: Schule als Staat

Als die Schülerinnen und Schüler des Max-Planck-Gymnasiums Schorndorf am 27. Juni 2016 ihre Schule betreten, erwartet sie eine große Überraschung. Im Foyer stehen mehrere Ausstellungswände mit zahlreichen Listen: Unternehmen, Betriebsleiter, Raumnummern und viele weitere Informationen finden sich dort. „Schule als Staat“, das diesjährige Großprojekt der SMV, wirft seine Schatten voraus. An diesem Montagmorgen ist ein sogenannter Vorbereitungsvormittag angesetzt. Zum ersten Mal treffen sich die Betriebe, politischen Institutionen, Parteien, Gerichte, Polizei, etc., um die drei Tage im Juli (20. – 22. Juli 2016) zu planen. Schichtpläne müssen erstellt, Materiallisten angelegt und Zuständigkeiten geklärt werden.

Für die SMV und die beiden Verbindungslehrerinnen, Frau Lüber und Frau Wenzel, begann das Projekt schon viel früher, nämlich im Oktober 2015. Nach Unterrichtsende und in den Mittagspausen trafen sich die verantwortlichen Schüler (Lennart Kern, Judith Quast, Kai Schwarz, Stefan Semjancuk sowie die Expertengruppen) und Lehrer (Lüber, Wenzel, Möhrmann, Bay) regelmäßig, um alles vorzubereiten. So musste zunächst eine Verfassung erarbeitet und diverse Formulare erstellt werden, z. B. zur Betriebsgründung oder für den Zoll. Dabei haben sich die Schüler von realen Dokumenten inspirieren lassen. Stets war man bemüht, komplexe Inhalte zu vereinfachen und dennoch so realistisch wie möglich zu simulieren. Viel Arbeit, welche die Schülerinnen und Schüler aber mit großer Hingabe ausführen. So gab es Wettbewerbe zur Wahl des Staatsnamens („Planckutopia“), der Währung („Planck“, Plural: „Planck“) und dem Design der Flagge (siehe Bild). Ein umfangreiches Infoheft wurde erstellt, eine eigene Homepage gestaltet, demnächst werden für alle Teilnehmer Ausweise mit Passfoto angefertigt.

Auch ein Parlament musste natürlich gewählt werden und im Vorfeld wurde ein aktiver Wahlkampf geführt: Mit Plakaten, Visitenkarten, Instagram-Seiten für die Parteien und großzügigen Wahlversprechen. Große Aufregung herrschte am Wahltag, als alle am Schulleben Beteiligte in die Wahlkabinen gingen und ihre Stimmzettel in die Wahlurne steckten. Hier wurde zum ersten Mal deutlich: Lehrer und Schüler sind bei „Schule als Staat“ vollkommen gleichberechtigt. Seite an Seite arbeitet man zusammen in Betrieben, für alle gelten die gleichen Regeln – ein spannendes Erlebnis für die ganze Schulgemeinschaft. Der Spaß kommt dabei auch nicht zu kurz und teilweise chaotische oder stille Schüler beweisen plötzlich verborgene Talente und blühen in ihren neuen Rollen als Politiker, Unternehmer oder Polizist so richtig auf. Die Regierung verspricht übrigens eine Arbeitslosenquote von 0% - und wer doch seine Anstellung verlieren sollte, kann immer noch aufs Arbeitsamt gehen.

Wer das Staatsgebiet an den drei Tagen im Juli besuchen will, muss selbstverständlich die Einreisekontrolle passieren. Eventuell eingeführte Waren müssen verzollt werden. Für Gäste, z. B. Eltern, besteht am 21. Juli 2016 die Möglichkeit, ein Besuchervisum zu beantragen und Planckutopia zu besuchen. Anschließend kann reales Geld bei der Staatsbank in Planck eingetauscht werden (Wechselkurs 1:10). Der Erlös des Projekts geht zum Teil als Spende an SONAFA, die sich für die Schulbildung in Benin einsetzt, zum Teil an die SMV zur Realisierung zukünftiger Schulprojekte.

Das Projekt bietet viele aufregende Einblicke ins Berufsleben, aber auch Anknüpfpunkte für den Unterricht: In Mathe und Wirtschaft werden Gewinnschwellen berechnet, in Gemeinschaftskunde über Demokratie und die Wahlen gesprochen oder die Wahlplakate analysiert. Der Praxis- und Realitätsbezug ist enorm und bei vielen Teilnehmern werden unerwartete Interessen geweckt, doch auch der soziale Zusammenhalt wird gestärkt: So setzen sich die meisten Unternehmen aus Schülern verschiedener Klassen und Klassenstufen zusammen, man arbeitet gemeinsam in einem Betrieb, tauscht sich aus, knüpft neue Freundschaften.

82 Betriebe, rund 700 Teilnehmer – ein gewaltiges Unterfangen, aber auch ein riesengroßer Spaß!

(c) 2012 Max-Planck-Gymnasium
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