MPG Big Band: USA-Tournee

Die Big Band des Max-Planck-Gymnasiums reiste vom 23. Oktober 2015 bis zum 03. November 2015 in die Vereinigten Staaten, um dort ihren musikalischen und persönlichen Horizont zu erweitern und mit einem Koffer voller großartiger Erfahrungen und schöner Erinnerungen zurückzukehren.

Dafür trafen sich die Mitglieder der Band um 5:30 Uhr am 23. Oktober 2015 am Schorndorfer Bahnhof, von wo aus es mit dem Zug zuerst nach Stuttgart und dann nach Frankfurt weiterging. In Frankfurt erwartete uns ein Airbus A380, um uns zum Flughafen John F. Kennedy in New York zu bringen. Bereits im Landeanflug auf die Weltmetropole konnte man die unendliche Weite der Staaten sehen. Vereinzelt ein paar Häusergruppen mit schachbrettartig angeordneten Straßen, ansonsten große bunte Wälder und weite Felder und Wiesen. Über New York konnten wir den ersten Blick auf Manhattan erhaschen, das wir am Ende unserer Tour noch ausgiebig besichtigen durften.

Vom Flughafen aus fuhren wir sofort mit einem waschechten Greyhound-Bus weiter nach Tonawanda, einem Vorort von Buffalo, Western New York. Die ersten Reaktionen derer, die das erste Mal nach Amerika gereist sind, waren einstimmig: „Das sieht ja alles aus wie im Film!“ Da wir zur Feierabend-Zeit in New York angekommen waren, ging es in der Stadt nur sehr langsam voran, aber das war nicht schlimm, wir konnten unsere Augen kaum von den Fensterscheiben abwenden. Vor allem nicht, als der Bus über eine Brücke rollte und der Blick auf Manhattan in der Abendsonne freiwurde. In den darauffolgenden Stunden nutzten die meisten Mitglieder der Band die lange Busreise, um zu schlafen, da dieser erste Tag der Tour aufgrund der Zeitverschiebung sechs Stunden mehr hatte als normalerweise. Gegen 00:30 Uhr erreichten wir schließlich die Kenmore East High School, der Schule, mit der wir unseren ersten musikalischen Austausch haben sollten. Die Verbindung mit der Kenmore East High School entstand erst durch diese Tour, wird aber mit Sicherheit bestehen bleiben, da wir viele Freundschaften während der Tage in Buffalo geknüpft haben.

Am nächsten Morgen ging es als Erstes zum Frühstück, das aus der Bandkasse bezahlt wurde, in einem Pfannkuchen-Haus, dem „International House of Pancakes“, kurz „IHOP“. Dort wurde denjenigen aus der Band, die zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten waren, erst so richtig bewusst, wie reichlich und fettig amerikanisches Essen in der Regel ist, wenn man nicht sehr darauf achtet, was und wie viel man isst. Dennoch waren die dicken Pancakes mit allen nur erdenklichen Füllungen definitiv ein Erlebnis.

Danach haben wir in einem Tonstudio zwei unserer Stücke aufgenommen. Von der Technik im Tonstudio waren wir sehr beeindruckt, und für die meisten war es das erste Mal in einem Tonstudio. Die letzte CD der Big Band wurde 2012 aufgenommen, als die meisten der derzeitigen Mitglieder noch nicht in der Band gespielt haben.

Am Mittag haben wir den Colored Musicians Club besucht, wo im vergangenen Jahrhundert Größen des Jazz wie Count Basie, Miles Davis und Dizzy Gillespie gespielt haben. In die illustre Geschichte des Clubs kann sich nun auch die MPG Big Band einreihen. Im Rahmen des „Music Is Art“-Festivals hatten wir dort auch einen Workshop mit dem Saxophonisten Dave Schiavone.

Als Abschluss des Festivals gab es ein großes Konzert im Riviera Theatre, wo wir als vorletzter Programmpunkt nach den Jazz Bands von einigen High Schools aus der Umgebung gespielt und für unsere Darbietung nicht nur Applaus, sondern sogar Standing Ovations bekommen haben, außerdem waren wir die einzigen (außer der professionellen Band), die mehr als ein Stück plus Zugabe spielen durften.

Am nächsten Tag haben wir im Hard Rock Café Niagara Falls mit verschiedenen Combos der Kenmore East High School, deren Gäste wir sein durften, ein Konzert gegeben, und haben danach die Niagara Fälle besichtigt, die uns alle sehr beeindruckt haben.

Wir hatten auch viel Gelegenheiten, uns den Alltag an amerikanischen High Schools anzusehen, da wir insgesamt fünf verschiedene High Schools besucht haben, wo wir den Unterricht besuchen, kleine Konzerte spielen, uns bei Workshops mit den dortigen Jazz Bands austauschen und Kontakte zu den amerikanischen Schülern knüpfen konnten. Aufgefallen sind uns vor allem die Unterschiede zum deutschen Schulsystem, da es dort keine verschiedenen weiterführenden Schulen gibt, nur Kurse mit unterschiedlichen Niveaus. So kommt es vor, dass Gleichaltrige in manchen Fächern um Jahre hinterherhinken und wir in anderen Fächern kein Wort verstanden haben, weil sie es viel ausführlicher und komplizierter machen.

An den amerikanischen High Schools ist vor allem anders, dass sie jeden Tag den gleichen Stundenplan haben. Das bedeutet, dass sie auch jeden Tag Bandprobe haben, die einfach in den Tagesablauf integriert ist. Die Band aus West Hartford hat auch Dienstag Abends zusätzlich noch eine Probe, weil die ja alle zwei Jahre das große „Pops n Jazz“-Programm auf die Beine stellen, mit dem sie dann durch Europa touren und unter anderem in Schorndorf Halt machen. Auch 2016 wird das „Pops n Jazz“-Ensemble wieder bei uns zu Gast sein. Das unterscheidet die Jazz Band der Hall High School von der MPG Big Band, denn wir proben nur einmal wöchentlich für anderthalb Stunden. Das wiederum hat unsere amerikanischen Austauschpartner beeindruckt: Ihrer Meinung nach sind wir gar nicht so schlecht für eine verhältnismäßig so kurze Probenzeit pro Woche, was uns natürlich sehr geschmeichelt hat.

Die sozialen Unterschiede in Amerika wurden uns auch durch unsere verschiedenen Tour-Stationen deutlich. Während Buffalo erst während der letzten Jahre wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt hat und die Häuser dort entsprechend eher klein sind, befindet sich West Hartford an der reichen Ostküste Amerikas, wo die Häuser ganz allgemein größer sind, weil dort besserverdienende Leute leben. Viele Häuser sind dort für amerikanische Verhältnisse auch älter, weil die ersten Siedler in der Nähe von West Hartford ankamen (Boston ist nicht weit weg).

Als Tagesausflug von West Hartford aus haben wir auch die Yale University besichtigt, eine der ältesten und renommiertesten Universitäten der USA, wo uns ein High School Lehrer als Guide viel erzählt hat.
Obwohl wir nur ein paar Tage bei den jeweiligen Gastfamilien waren, haben wir uns wirklich gut verstanden und freuen uns vor allem bei unseren Gastschülern aus West Hartford schon darauf, dass sie im April zu uns kommen. Die Gastfamilien waren sehr herzlich und offen. Schon nach kurzer Zeit haben wir uns wie zu Hause gefühlt und es sind Kontakte entstanden, die hoffentlich ein Leben lang halten werden.
Die letzte Station unserer Reise war New York, wo wir in einem Hotel in Queens übernachtet haben, von dem aus wir innerhalb von 20 Minuten Manhattan erreichen konnten. Gleich am ersten Abend haben wir den Freedom Tower erklommen, von dem aus man eine fantastische Sicht hat. Da wir während des Sonnenunterganges oben waren, haben wir sowohl die Stadt in rotgoldenem Licht, als auch bei Nacht hell erleuchtet erleben dürfen.
Auf unserem Plan für New York standen auch das 9/11 Memorial Museum, das eindrucksvoll klarmacht, weshalb in Amerika die Angst vor Terror so groß ist. Bei jeder Attraktion, die wir besichtigt haben, mussten wir einen Sicherheitscheck durchlaufen, wie man es von den Kontrollen an einem Flughafen kennt. New York ist aber anders, als viele von uns es sich vorgestellt haben. Von oben sieht alles sehr beeindruckend aus, aber wenn man durch die Häuserschluchten läuft, sieht man auch die Kehrseite des American Dream: dreckige Seitengassen und schöne alte Gebäude in heruntergekommenem Zustand zwischen neuen riesigen Wolkenkratzern.
Auf einer kleinen Bootsrundfahrt auf dem Hudson River hatten wir die Möglichkeit, in strahlendem Abendlicht ganz nah an der Statue of Liberty vorbeizufahren und von außen auf die Häuser von Manhattan zu schauen, die wir bisher nur von oben oder von mittendrin zu sehen bekommen haben.
Am letzten Tag unserer Reise stand entweder ein gemütlicher Vormittag im Hotel oder eine letzte Fahrt nach Manhattan, um noch durch den Central Park zu spazieren, auf dem Programm, um die Reise ausklingen zu lassen. Danach hieß es Abschied nehmen von New York, der Bus wartete am Hotel bereits auf uns, als wir aus dem Central Park zurückgekehrt sind, um uns zum Flughafen zu bringen.

Alles in allem war die Tour für jeden Einzelnen von uns ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis. Die Eindrücke und Erinnerungen, die wir auf dieser Reise gesammelt haben, werden uns ein Leben lang bleiben.

Vor allem Herrn (Frank) Kroll, unserem Band-Leiter, möchten wir als Band danken, für seinen großen Organisationsaufwand und alles, was er investiert hat, um uns allen diese Reise zu ermöglichen.





Annika Hartmann, Jahrgangsstufe 2

(c) 2017 Max-Planck-Gymnasium
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